Aline, Caro, Paul und Tanguy essen gemeinsam zu Abend. Tanguy besucht Aline, denn seitdem er gemeinsam mit anderen Arbeitern in seiner Fabrik in Frankreich Feuer gelegt hat, weil sie geschlossen werden soll, ist er arbeitslos. Aline, dreifache Mutter, ist genauso unzufrieden mit ihrer Situation wie Caro, die viel arbeitet aber keine Kinder hat. Paul hat eine Wohnung gekauft, fühlt sich darin aber nicht wohl und versetzt ständig die darin befindlichen Wände.

Als Konversationstück wird ein Genre der Malerei bezeichnet, das Personen in Geselligkeit oder im Gespräch zeigt und deren sozial bestimmende Lebensformen abbildet. Daran angelehnt unternimmt “Konversationsstück – Die Unzufriedenheit” den Versuch, latente Unzufriedenheit abzubilden und stellt die Frage nach der Verantwortung für das eigene Glück.

Das Stück ist von realen Begebenheiten, wie dem Feuer in der G&MS Industry im Sommer 2017 in Frankreich, sowie von Gesprächen mit meinen Freunden inspiriert.

Die Laiensprecher_innen haben das Manuskript zum Stück zwar gelesen, doch improvisieren sie den Text. Der letzte Teil des Stücks ist nicht mehr Teil des Manuskripts, sondern improvisiert. Weil es darin um den Fischer und seine (unzufriedene) Frau geht, habe ich dieses Gespräch auch noch mit in die Endversion aufgenommen.

Die Aufnahme wurde auf das Setting um einen Tisch, an dem gemeinsam gegessen wird, reduziert. Konventionnellere Formate (Collage, Geräusche) wurden im Schnitt bewusst ignoriert um eine Einfachheit und Natürlichkeit beizubehalten. Auch deshalb habe ich Versprecher nicht herausgeschnitten.

Das Stück unternimmt weiterhin den Versuch der Mehrsprachigkeit – französisch und deutsch – wobei wichtiger Text von der Figur Aline hin und rück-übersetzt wird – wie im realen Leben.

Stimmen: Mick Dietrich, Marco Funke, Ulrike Uhlig, Caro Volkmann
Musik: Jim Sert
Manuskript: Ulrike Uhlig